„Journalismus macht Schule“: Bundesweites Netzwerk zur Informationskompetenz gegründet

Journalisten zahlreicher Medien und Bildungsorganisationen haben sich zu dem neuen Bündnis „Journalismus macht Schule“ zusammengeschlossen. Das bundesweite Netzwerk will Schülern dabei helfen, sich verlässlich zu informieren und so eine unabhängige Meinung bilden zu können. Nicht nur die Corona-Krise zeigt, wie wichtig es ist, seriöse Informationen von Halbwahrheiten und Falschnachrichten unterscheiden zu können. Diese Informationskompetenz sollte schon in den Schulen vermittelt werden.

 

Das Netzwerk bündelt das Engagement lokaler und überregionaler Medien: von über 50 Zeitungen, Magazinen, Online-Portalen, öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern - auch TBM und jule sind mit im Boot. Vorbildlich umgesetzt haben das Thema schon über viele Jahre die Kollegen in Bayern - mit starker Unterstützung des VBZV. Schon seit mehreren Jahren besuchen Journalisten regelmäßig Schulen, um dort von ihrer Arbeit zu berichten. Und sie zeigen, wie Schüler selbst seriöse Informationen recherchieren und verbreiten können: mit eigenen Texten, Videos und Podcasts.

 

In vielen Bundesländern unterstützen Bildungsträger, Lehrerverbände, Journalistenschulen, Landesmedienanstalten diese regionalen Projekte. Die Initiative „Journalismus macht Schule“ will nun die Vielfalt der Angebote bundesweit koordinieren. Ihre Webseite journalisten-machen-schule.de vermittelt ab sofort Journalistenbesuche, Ansprechpartner und erprobtes Unterrichtsmaterial. Auch Online-Übungen unterschiedlicher Medien gehören dazu, gerade jetzt hilfreich für den digitalen Fernunterricht. Noch in diesem Jahr wird das Bündnis – sofern es die Corona-Lage zulässt - zu einem ersten Bundeskongress nach Berlin einladen.

 

Klaus Ott, Redakteur der Süddeutschen Zeitung, organisiert seit drei Jahren regelmäßige Schulbesuche seiner Kollegen. „Das ist spannend und lehrreich für beide Seiten. Und es ist ausdrücklich keine Werbeveranstaltung für einzelne Zeitungen oder Sender. Wir beantworten alle Fragen; wir erklären, wie und warum wir recherchieren und berichten. Da steckt ja viel Aufwand dahinter, der von außen nicht sichtbar ist. Wir machen an den Schulen wie anderswo immer dieselbe Erfahrung: Transparenz schafft Vertrauen in unseren Journalismus.“