Zeitung hat Zukunft! Chefredakteur Michael Heun beim jule-Workshop

Michael Heun veröffentlichte im Sommer 2015 in seiner Kolumne klartext! einen Artikel, der uns veranlasste, den Chefredakteur der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung zum jule-Workshop einzuladen: „Dass sich Zeitungen im digitalen Zeitalter wandeln müssen, gilt in unserer Branche inzwischen als allgemeingültige Erkenntnis. Viele meiner Kollegen gehen aber weiter. Mit einer an Masochismus grenzenden Lust an der Selbstzerstörung überbieten sich viele (meist selbsternannte) Experten darin, die Totenglocke über den Printprodukten noch lauter zu läuten. Richtig ist, dass Zeitungen für das Gros der jungen Menschen heute nur noch begrenzt attraktiv sind. Auch wir tun uns schwer damit, potenzielle Leser unter 25 Jahren an die Hildesheimer Allgemeine Zeitung heranzuführen. Lese- und Mediengewohnheiten verändern sich. Daran müssen und werden wir uns anpassen. Aber bedeutet das zwangsläufig den Tod der Zeitung? Nein. Printprodukte haben die „Erfindung“ des Radios in den 20er- und des Fernsehens in den 50er-Jahren überlebt. Das wird auch diesmal nicht anders sein. Allerdings gibt es das „Überleben“ nicht ohne Aufwand. Wir müssen und werden uns auf die Stärken der Zeitung besinnen. Lokale Kompetenz, Haptik, Tiefgang, Einordnung, Entspannung... das alles können digitale Medien nicht bieten. Die Zeitung wird sich wandeln. Und für uns Zeitungsmacher darf es dabei nur einen Gradmesser geben: die sich verändernden Ansprüche unserer Leser. Um es im Sinne des Titels dieser Kolumne in Klartext zu formulieren: Die Zeiten, in den sich Journalisten für schlauer hielten als ihre Kunden, müssen endgültig vorbei sein. Wir müssen gerade junge Menschen und ihre Vorstellung von Medien ernst nehmen. Die Hildesheimer Allgemeine Zeitung arbeitet seit gestern mit der HAWK in Hildesheim zusammen. Rund 40 Studenten wollen uns im Rahmen eines Forschungsprojekts helfen, eine Zeitung der Zukunft zu entwickeln. Wir werden genau zuhören – mit einer Überzeugung im Hinterkopf: Zeitung hat Zukunft!“

116 Gramm Werbung

Was aus der Kooperation mit der Uni und den Studenten geworden ist? Unter anderem kamen die Studenten auf die Idee, die Leistungen der Zeitung in Gramm zu messen. Michael Heun und sein Stellvertreter Martin Schiepanski berichteten heute beim jule-Workshop. Weitere Informationen finden Sie auf der Facebook-Seite unserer wohlgeratenen Tochter jule. Ausführliche Informationen finden die Netzwerkverlage kommende Woche auf www.junge-leser.org


Lesebeispiel: Die HAZ hatte am ET 116 Gramm Werbung
Lesebeispiel: Die HAZ hatte am ET 116 Gramm Werbung