Goldene Feder der Freiheit für in Ausübung ihres Berufs getötete Journalisten

Die Goldene Feder der Freiheit, der jährlich vom Weltverband der Zeitungen und Nachrichtenmedien (WAN-IFRA) vergebene Pressefreiheitspreis, wird 2015 den Journalisten gewidmet, die in Ausübung ihres Berufs getötet wurden.

„Seit 1992 sind mehr als 1.100 Journalisten getötet worden, weil sie die Wahrheit ans Licht gebracht oder einfach ihren Standpunkt vertreten haben“, sagte Marcelo Rech, Präsident des World Editors Forum, bei der Preisverleihung im Rahmen der Eröffnungszeremonie des 67. Weltkongresses der Nachrichtenmedien, des World Editors Forums und des World Advertising Forums in Washington.


„Die Tragödie dieses Massakers wird durch eine erschreckende Statistik noch verstärkt: bei neun von zehn Morden an Journalisten kommen die Täter ungestraft davon. Das ist eindeutig der Brennstoff, der das Morden weiter anheizt: Straflosigkeit ermutigt die Täter zu immer neuen Verbrechen, befleckt die ganze Gesellschaft mit Blut und verwehrt den Menschen das Recht auf eine freie Presse“, sagte Rech vor mehr als 900 Verlegern, Chefredakteuren und anderen Führungskräften der Zeitungsbranche aus aller Welt.
Die Goldene Feder der Freiheit wird seit 1961 jährlich von WAN-IFRA verliehen, um eine Einzelperson, eine Gruppe oder eine Institution für ihren außergewöhnlichen Einsatz (in Schrift und Tat) im Dienst der Pressefreiheit zu würdigen.


Die Preisvergabe ist eine außergewöhnliche Wahl zu Ehren der getöteten Kolleginnen und Kollegen, um die Aufmerksamkeit der Welt auf die Sicherheit von Journalisten und die Straflosigkeit von Verbrechen gegen Journalisten in aller Welt zu lenken. Die Vergabe der Goldenen Feder der Freiheit 2015 an die in Ausübung ihres Berufs getöteten Journalisten ist eine klare Botschaft an alle, die Verbrechen gegen Medien verüben, und an alle Parlamente und Personen, die die Macht haben, bessere Gesetze zu verabschieden und mehr Schutz für Medienschaffende in aller Welt durchzusetzen.


Nach Angaben des Committee to Protect Journalists in New York waren 87 % (rund 980) der seit 1992 Getöteten Lokalreporter. Ein Blick auf die für Journalisten lebensgefährlichsten Länder in dieser Zeit - darunter Irak (166 Tode seit 1992), Syrien (80), Somalia (56), Pakistan (56) und Mexiko (32) - zeigt: Lokalreporter, die schlechter ausgebildet, unterfinanziert und auf sich allein gestellt sind, berichten aus Gebieten, zu denen ausländische Journalisten entweder keinen Zutritt mehr haben oder in die sie von ihren Redaktionen nicht mehr entsandt werden. Die moralische Verantwortung, Kolleginnen und Kollegen, wo immer sie sein mögen, besser zu schützen, ist unbestreitbar.
Ein großer Teil der gemeldeten Todesfälle entfällt nach wie vor auf Konflikte und Kriege. Wo das Vorzeigen eines Presseausweises früher noch so etwas wie Schutz bot, ist genau das seit dem Beginn der Aufzeichnungen immer gefährlicher geworden. Insgesamt haben 426 Journalisten bei der Kriegsberichterstattung ihr Leben verloren, während geschätzte 224 Opfer von Kampfhandlungen wurden oder ins Kreuzfeuer geraten sind. Weitere 146 Journalisten wurden bei gefährlichen Einsätzen getötet.


Für WAN-IFRA und seine Gemeinschaft besonders auffällig ist, dass 51 % aller seit 1992 verzeichneten Todesfälle Journalisten betrafen, die in Print-Medien arbeiteten.
„Es gibt keine Freiheit ohne Meinungsfreiheit. Und es gibt keine Meinungsfreiheit ohne Schutz und Sicherheit für den Journalismus“, sagte Rech. „Darum sind wir heute hier - um die Freiheit zu feiern und unser ungebrochenes Engagement im Sinne all derer zu bekräftigen, die in Ausübung ihres Berufs getötet wurden, damit ihr Opfer nicht umsonst war. Unsere Antwort ist und wird es immer sein, nach den höchsten Idealen des Journalismus zu streben: alle Formen von Ungerechtigkeit anzuprangern und so zu einer friedlicheren und freieren Welt beizutragen.“