Weihnachten kann kommen. Es ist gerettet #FNP

"Es war einmal ein engagierter Auflagenoptimierer aus dem weiter nördlich gelegenen Teil unserer Bundesrepublik. Großburgwedel sollte man kennen, muss es aber vielleicht nicht unbedingt. Jedenfalls ist dort unser Auflagenoptimierer beheimatet. Und hier beginnt nun unsere kleine Weihnachtsgeschichte.

 

 

 

An einem tristen und doch so typischen November-Tag im Jahre 2001 fasst er sich ein Herz und schreibt ans Christkind. Er habe nur einen bescheidenen Weihnachtswunsch und deshalb hoffe er auf Erfüllung. Doch, o weh, das Christkind antwortet erst gar nicht. Und in seiner maßlosen Enttäuschung stellt unser armer Auflagenoptimierer fest, dass es auch überhaupt nicht antworten kann. Die Anschrift christkind@himmelstuer.de stimmt nicht. Woher sollte er denn auch wissen, dass das Christkind seine irdischen Filialen in der grönländischen Hauptstadt und am Polarkreis in Finnland unterhält? Doch, wer weiß, vielleicht wäre dort, bei den vielen Millionen Briefen, Anfragen und Wunschzetteln, seine E-Mail sowieso untergegangen...

 

 

 

Nicht nur Auflagenoptimierer, sondern auch Optimist, findet der Mann aus Großburgwedel eine andere Möglichkeit, wie sich denn sein Wunsch erfüllen ließe. Er kennt da einen Namensvetter des Christkindes in Frankfurt am Main. Außerdem hängt sein bescheidener Wunsch ja auch unmittelbar mit dem zusammen, wofür er wertvolle und erfolgreiche Beiträge zur Auflagenoptimierung leistet, und der besagte Namensvetter arbeitet just dort und gerade für die Zeitungen, um die es bei dem bescheidenen Wunschzettel geht.

 

 

 

Also schreibt unser Auflagenoptimierer an den Namensvetter und schildert alles so lieb und nett, dass in Frankfurt am Main der große Denk- und Schaffensapparat in spürbare Bewegungen gerät. Nahezu Gigantisches gilt es zu bewegen. Haben wir es doch mit der Datenverarbeitung zu tun. Sieht man dazu nun die Zeichen am Himmel, können wir sicher sein, dass das Christkind schon davon unterrichtet ist, dass sich der irdische Namensvetter um die Erfüllung eines Wunsches aus Großburgwedel bemüht.

 

 

 

Der Nikolaus beobachtet alles mit einer von der Anspannung zerfurchten Stirn. Sein rechter Daumen ist vom Drücken schon so rot wie die Nase des Rentieres. Was wird geschehen? Telefonate und E-Mails innerhalb des großen Verlagshauses.

 

 

 

Doch in der Datenverarbeitung ist von allen acht Möglichkeiten keine erreichbar. Die Zeit drängt, will man den Wunsch aus dem Norden, wenn überhaupt, dann rechtzeitig vor Weihnachten - dieses Jahres - erfüllen.

 

 

 

Es ist vollbracht! Es ist geschafft! Vier Wunschadressen werden, nein, sind, Wirklichkeit! Und während das Christkind wahrscheinlich huldvoll und süß lächelt und der Nikolaus sich fast verschämt eine Träne im Augenwinkel zerdrückt, kann man das vorweihnachtliche Glockenläuten im fernen Großburgwedel von Frankfurt am Main aus nur erahnen. Ein Hauch von Weihnachten. Hervorgerufen durch die Erfüllung eines bescheidenen Wunsches des Auflagenoptimierers.

 

 

 

Ein trister November-Tag, grau, dunkelgrau, kalt und ungemütlich. Der starke Wind lässt die letzten bunten Blätter dieses Jahres von den Bäumen purzeln. Trotzdem wird gerade dieser Tag hell. Weil der Namensvetter des Christkindes aus Frankfurt sagen kann: Lieber Thomas Bertz! Es hat geklappt!

 

 

 

Dankbarkeit. Zufriedenheit. Weihnachten kann kommen. Es ist gerettet. Und Frankfurt am Main freut sich auf neue Ideen des Auflagenoptimierers aus Großburgwedel. Damit wir alle auch im kommenden neuen Jahr zufrieden auf unsere Zahlen und voller Optimismus in die Zukunft blicken können.

 

 

 

Und damit schlagen wir für heute das Buch der Weihnachtsgeschichten wieder zu, halten es aber griffbereit. Wer weiß, ob nicht neue Wünsche auf ihre Erfüllung warten und damit auch neue Geschichten zur Folge haben..."

 

 

 

Rolf Christ im November 2001

 

 


Das war der Weihnachtswunsch des Abonauten

"Liebes Christkind, ich wünsche mir von dir zu Weihnachten, das du mal mit deinem Namensvetter in Frankfurt sprichst, ob er es möglich machen kann, dass wir im nächsten Jahr in allen Frankfurter Werbemitteln mit individuellen E-Mail-Adressen operieren können. Mein Wunsch:

 

 

 

fnp.leserservice@fsd.de

 

tz.leserservice@fsd.de

 

hk.leserservice@fsd.de

 

nnp.leserservice@fsd.de

 

 

 

Technisch ist das Ganze ja ein Klacks. Da müssen zum Beispiel nur "Aliase" eingerichtet werden. Auch sollte auf die "Kleinschreibung" geachtet werden - das macht man halt so. Und die jetzige Schreibweise sieht doch etwas "unprofessionell" aus.

 

 

 

Warum ich mir das wünsche?

 

 

 

Weil es die Vermarktung einfach runder macht. Besonders komisch ist die FNP-Adresse vor allem bei Redaktionstexten (wir bereiten gerade Texte zum Thema Geschenk-Abo vor, liebes Christkind).

 

 

 

Also: Wenn Du mir helfen kannst, liebes Christkind, dann würde ich mich sehr freuen. Ich weiß ja, dass das "nicht die wichtigste Sache der Welt" ist - aber dennoch ein Thema, das mal angegangen werden sollte.

 

 

 

Da ich trotz langer Recherche Deine E-Mail-Adresse nicht rausbekommen habe, sende ich diese E-Post direkt zu Deinem Namensvetter nach Frankfurt. Mit christkind@himmelstuer.de habe ich es probiert - aber die E-Post kam leider als "unzustellbar" zurück.

 

 

 

Herzliche Grüße

 

aus Großburgwedel

 

Thomas Bertz

 

 

 

PS: Ist doch ein bescheidener Weihnachtswunsch. Oder?"